Corps Marchia Brünn zu Trier – was ist das???


Corps bezeichnet eine studentische Verbindung, die ihren Mitgliedern keine konfessionellen oder politischen Bekenntnisse abverlangt. Im Gegenteil – Weltoffenheit und Toleranz lautet das Motto, unter dem das Verbindungsleben steht. Wir reden nicht permanent darüber – dafür leben wir diese Ziele aus! Das heißt, dass bei uns jeder männliche Student Mitglied werden kann. Einzige Voraussetzung: Wir müssen zueinander passen. Und, logisch, wer eintritt hat auch Verpflichtungen, die aber auch eine Menge Spaß bedeuten und das Corpsleben ausmachen.
Bei alledem wird das Studium nicht aus den Augen verloren, den einen Abschluss zu erlangen, zählt zu den obersten Zielen eines Corpsstudenten.
 

Was macht uns aus?


Wir, das sind die Aktiven und Inaktiven sowie natürlich auch die Alten Herren. Die Grundidee des Corpslebens ist die Freundschaft, eine lebenslange Freundschaft, die Jung und Alt über Studienfachunterschiede hinweg verbindet. Der dauernde Gedankenaustausch, das ständige Angebot, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen, regelmäßige Kontakte - das alles fördert soziale Kompetenzen, die Spaß machen und auch im Leben nach dem Studium nützlich sind.
Wir, das bedeutet natürlich auch für Werte einzustehen. Eine lange Tradition seit der Gründung in Brünn im Jahr 1865 lässt uns daran glauben. Die sog. Sekundärtugenden wie Disziplin, Redlichkeit, Verbindlichkeit - Tugenden, die uns selbstverständlich sind und deren Ausleben nicht dem gemeinsamen Spaß entgegensteht - haben ein so langes Bestehen der Marchia-Brünn überhaupt erst möglich gemacht. Und von der Toleranz haben wir ja bereits gesprochen.

Wir, das steht auch für eine Gemeinschaft, welche die Tradition des akademischen Fechtens pflegt. Fechten heißt nicht Duell. "Mann" gewinnt nicht, sondern "Mann" steht durch – im wahrsten Sinn des Wortes. Das Fechten führt zur bewussten und verantwortlichen Beherrschung seiner Selbst unter extremen Bedingungen. Es stärkt erfahrungsgemäß das Selbstbewusstsein, wobei strenge Regeln in der Vorbereitung wie in der Ausführung für Überheblichkeit keinen Raum lassen. Diese gemeinsame, extreme Erfahrung stärkt die Gemeinschaft. Sie ist nicht vollständig erklärbar – eine Mensur muss erlebt werden.
Es wird gern übersehen, dass einige unserer Formen und Rituale aus weit zurückliegender Zeit stammen. Leider werden dabei Formen und Werte gern gleichgesetzt. Das trifft so aber nicht zu, denn sonst müsste z.B. jeder Schützenverein als militante Vereinigung angesehen werden, was wohl keinem vernünftigen Menschen in den Sinn käme.

Weitere Details sind im Wikipediaartikel über uns zu finden.